Interview mit dem Bürgermeister 7.Oktober 2022 downloaden

https://www.zdf.de/politik/laenderspiegel/ahrtal-brisante-videos-aus-der-flutnacht-100.html

Flutkunsthaus Dernau soll in Neubau weiterleben

KUNSTWERKE WERDEN AUS HAUSWAND GESCHNITTEN STAND27.9.2022, 15:05 UHR

Baufälliges Flutkunsthaus an der Ahr soll in Neubau weiterleben

Flutkunsthaus an der Ahr soll in Neubau weiterleben – Landesschau Rheinland-Pfalz – SWR Fernsehen Filmbeitrag SWR downloaden

4. September 2022

„Es ist einiges geleistet worden, aber noch lange, lange nicht so viel, wie wir eigentlich gedacht hatten nach einem Jahr. Wir haben bisher nur Provisorien geschafft“, sagte Sebastian beim Treffen in der Gartenstraße, wo ein Zirkuszelt noch immer als Versammlungsort dient, die Gemeindeverwaltung in Containern untergebracht ist – und es immerhin ein kleines Fußballfeld für Kinder gibt.

Wo der Sportplatz, der sich vor der Flut unweit der Ahr befand, wieder aufgebaut wird, ist unklar. Am alten Standort soll Sebastian zufolge nun ein Bolzplatz für Kinder entstehen, etwas erhöht am Hang. Ein großes Spielfeld könnte oben an der K 35 entstehen, wo sich vor Jahrzehnten schon einmal eine Sportanlage befand, jetzt aber Firmengelände ist.

Ein grundlegenderes Problem ist die Wärmeversorgung in der Gemeinde, in der von einst 1800 Einwohnern nur noch 1400 im Ort gemeldet sind und wohl nur noch um die 1000 tatsächlich dort wohnen. 70 Prozent der Dernauer Hauseigentümer, etwa 300, so erzählt Sebastian, haben einen Vertrag für ein Nahwärme-Netz unterzeichnet, auch Dorfwärme genannt.

„Wenn wir nur 40 Prozent kriegen und keine zusätzliche Unterstützung des Landes, dann ist das Ding morgen beerdigt“,

Um dafür zu werben, sei er in jedem Haus gewesen. Allerdings komme man mit dem Projekt „nicht richtig weiter“, da die dringend benötigte Unterstützung des Landes noch nicht endgültig zugesagt sei.Ein solches Dorfwärme-Netz habe normalerweise einen Vorlauf von vier, fünf Jahren. Da die Menschen keine Heizung mehr haben, müsse dies in Dernau nun in kürzester Zeit gestemmt werden, gibt Sebastian zu bedenken. Manche jedoch holen sich eine eigene Wärmepumpe und machen ihr eigenes Ding. „Wenn zu viele ihr eigenes Ding machen, dann kann man das Dorfwärme-Netz vergessen. Dann rechnet sich das nicht mehr“, warnt der ehrenamtliche Bürgermeister. Eine neue Förderung für die Dorfwärme liege nur noch bei 40 Prozent und nicht mehr bei 50 Prozent. „Wenn wir nur 40 Prozent kriegen und keine zusätzliche Unterstützung des Landes, dann ist das Ding morgen beerdigt“, zeigte sich Sebastian überzeugt. Denn für eine eigene Heizung sei eine Förderung von 80 Prozent möglich. Dies hänge damit zusammen, dass die Dorfwärme nicht zum Wiederaufbau zähle, da es sich um ein neues Projekt handele.

Ungefähr 50 Häuser mussten in Dernau nach der Flut abgerissen werden. Und noch immer kommen neue dazu. Denn erst, wenn sie getrocknet sind, macht sich eine etwaige Verunreinigung der Wände mit Öl bemerkbar, was die Häuser dann unbewohnbar machen kann. So könnte die Zahl der abgerissenen Häuser Sebastian zufolge noch auf etwa 70 steigen. Eines der Häuser, die abgerissen werden müssen, ist das sogenannte Flutkunsthaus in der Schmittmannstraße.

Eröffnung des Automaten Shop des Bauernhof Schopp am 4.9.22

mit einem Tag der offenen Tür

Grundschule und Kita an neuem Standort in Marienthal

161 Schul- und KITA-Kinder können zum neuen Schuljahr 2022/23 in ihre neue Umgebung einziehen. Umsetzung war eine Kraftanstrenung.Der Erfolg dieses Projektes liegt vor allem am unkomplizierten Zusammenspiel aller Beteiligten.

Dernau Blick von den 3 Bänken am 15.August 2022

es sind nur noch ca 1400 Einwohner im Melderegister eingetragen, gegenüber 1750Personen vor der Flut

13 Monate nach der Flut im Ortsteil Marienthal

Am Jahrestag der Flutkatastrophe vom 14./15. Juli 2021 gedachte man an der Mittelahr in stillem Gedenken der Menschen, die in jener verhängnisvollen Nacht ihr Leben verloren. Allein in Dernau kamen elf Menschen durch die Flut auf tragische Weise zu Tode. Es war ein ergreifender Moment, als um Punkt 18 Uhr für zehn Minuten die Kirchenglocken läuteten. Die Menschen, die zwischen Kirche und Pfarrhaus zusammengekommen waren, fassten sich an den Händen, viele kämpften mit den Tränen und mit den Gedanken an jene verhängnisvolle Flutnacht, „die verging, wie ein Jahr“, wie es Dernaus Bürgermeister Alfred Sebastian treffend beschrieb.


„Bis heute eine furchtbare Erinnerung“


„Beinahe alle haben in dieser endlosen Nacht furchtbares erleben müssen. Da harrten Stunde um Stunde Menschen in Bäumen, auf Mauern, auf Dächern, auf Balkonen oder auf dem Dachboden aus und warteten darauf, dass diese Katastrophe endlich ein Ende hat. Da schwammen Mitbürger durch eine kalte, von Schlamm, Öl und Kanalisation durchzogene Wassermasse, um sich selbst oder jemand anderen zu retten. Kein Licht, keine Kontaktmöglichkeit und scheinbar keine Chance auf Rettung. Man hörte das Krachen von Bäumen, Fahrzeugen, Wohnwagen und Containern, die gegen Hauswände oder Brücken prallten. Man hörte das bedrohliche Rauschen der Wassermassen. Bis heute eine furchtbare Erinnerung“, so Alfred Sebastian, der auch den Dank an die vielen freiwilligen Helfer sowie die Hilfsorganisationen und Feuerwehren besonders zum Ausdruck brachte. Zur bleibenden Erinnerung an die elf Dernauer Flutopfer wurde direkt neben der Kirche im Ortszentrum ein Gedenkstein mit deren Namen enthüllt und elf Kerzen entzündet. Es folgten „Gedanken zum Gedenken“ von Pastoralreferentin Elisabeth Hauröder. Der Kirchenchor Dernau sorgte für die passende, musikalische Begleitung.

Gedenkstein an der Kirche mit 11 Kerzenständer für unsere Flutopfer

Zwölf Monate nach der Flut am 6.Juli 2022

siehe auch unter https://www.zeit.de/entdecken/2022-07/hochwasser-ahrtal-flutkatastrophe-dernau

Texte (in der „Zeit“ ) zu 5 Dernauer Familien

Dieser Text ist Teil des Projekts Dernau danach. Wir begleiten seit Juli 2021 fünf Familien aus dem Ort im Ahrtal beim Wiederaufbau nach der Flutkatastrophe. Alle unsere Beiträge zur Flutkatastrophe im Ahrtal finden Sie auf unserer Themenseite .https://www.zeit.de/entdecken/2022-07/hochwasser-ahrtal-flutkatastrophe-

Ein Jahr nach der Flut, die mit 134 Toten allein im Ahrtal zu den schwersten Naturkatastrophen in der deutschen Geschichte gehört, befindet sich Dernau in einem schwer greifbaren Zustand des Dazwischens. Die Schäden sind immens, die Aufgaben überwältigend, doch man sieht es nicht sofort. Der Schlamm ist weggeputzt, die Trümmer sind beseitigt, die einsturzgefährdeten Häuser abgerissen. Doch es fehlt etwas in Dernau, das einmal 1.700 Einwohnerinnen zählte: die Schulkinder in den Straßen, die Tische vor den Restaurants, die gedämpften Stimmen in den Häusern.  

in GA Christine Schulze/Bericht von der Bürgerbeteiligung zur Infrastrukturentwicklung nach der Flut

Die Dorfentwicklung wird uns die nächsten Jahre und Jahrzehnte beschäftigen, wir wollen die Zeit als Chance nutzen, uns nach der verheerenden Flut nachhaltiger, moderner, ökologischer aufzustellen.“ Das hat der Dernauer Bürgermeister Alfred Sebastian zu Beginn der gut besuchten Bürgerversammlung am Mittwochabend im Zirkuszelt in Dernau gesagt. Zum Wiederaufbau zog Sebastian eine ernüchternde Bilanz: „Wir haben in dem Jahr nach der Katastrophe viel getan, aber wenig auf die Beine gestellt, es geht sehr langsam, es hakt an allen Ecken und Enden, man kann es nicht begreifen.“

Es gibt aber auch ein paar Fortschritte: Im Dernauer Ortsteil Marienthal wurde jetzt die Bodenplatte für das künftige Freundschaftshaus gelegt. Verbunden damit ist die Zentrale für die Dorfwärme. Die Planung der neuen Marienthaler Dorfmitte ist fertig. Woran es noch hakt, ist der Dernauer Sportplatz. Nach der Flut sollte er nicht wieder auf dem alten Gelände rechts der Ahr in der Ebene hergestellt werden. Als neuer Platz waren 15 Hektar Gemeindeland links der Ahr im Gespräch, allerdings weit oben an der Kreisstraße, fast schon in Esch. Mittlerweile gibt es Bedenken gegen den Standort, da kein Fußweg dorthin führt und ein Fahrradweg nicht zu realisieren wäre. Folglich richten sich die Überlegungen wieder auf den alten Standort an der Ahr. Der könnte ein Stück Richtung Hang verschoben werden, zwei Meter höher und damit raus aus dem neu festgesetzten Überschwemmungsgebiet. Aber: Es könnte Konflikte mit dem Naturschutz geben.

or der Flut hatte die Gemeinde die Ausweisung neuer Baugebiete auf den Weg gebracht: alle im neuen Überflutungsgebiet, wo nicht mehr gebaut werden darf. Jetzt stehen Flächen in der Lehmkaul (obere Bonner Straße) und in der Hanglage am „Schneeberg“ zur Debatte. Wie für die Gemeinden Mayschoß und Rech ist das Büro Stadt-Land-plus aus Boppard auch für Dernau mit Planungen für den Wiederaufbau beauftragt. In der Bürgerversammlung gab Stadtplaner Friedrich Hachenberg einen Überblick, bevor Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit hatten, sich in kleineren Gruppen genauer zu informieren und Ideen einzubringen.

Sie werden sich freuen, dass der neue Bahnhaltepunkt näher ans Zentrum rückt. Er kommt wieder an „Posten 6“, das ist in Nähe des Weinfestplatzes und in Nähe der Brücke. Die Bahn sei einverstanden, auch bezüglich eines zusätzlichen Haltepunkts für Marienthal zeigt sich Sebastian zuversichtlich. Dank der Elektrifizierung könnten die Züge schneller anfahren, und der Fahrplan gerate bei mehr Haltepunkten nicht durcheinander.

Die von der Flut völlig zerstörte Brücke soll am alten Standort erneuert werden. Sebastian: „Dann ist es Wiederaufbau, der bezahlt wird, für den Bau an einem anderen Standort bekämen wir nichts.“ Wieder hergestellt werden soll auch der Weinfestplatz, der vor der Katastrophe gerade neu gestaltet worden war. Ein Supermarkt für die Nahversorgung soll wieder ins Dorf, die Bundesstraße soll als „erlebbarer Straßenbereich“ gestaltet werden. Neu geplant werden muss die Führung des Radwegs. Das gerade fertiggestellte Gewerbegebiet im neuen Überschwemmungsgebiet braucht Hochwasserschutz. Die historischen, das Ortsbild prägenden Gebäude – meist Fachwerk – in der Ortsmitte müssen hochwassergerecht saniert werden. Und: Neue Wege und neue Treffpunkte beiderseits der Ahr müssen her. Publikumsmagnet könnte ein Panoramaweg mit Aussichtspunkten auf der alten Bahntrasse werden, an den Ahr-Ufern soll es künftig Platz für Bewegung, Camping, Parkplätze geben.

Ortsteil Marienthal 11 Monate nach der Flut

Neuanfang Heizen ohne Öl: Dorfkraftwerk- Nahwärme in Marienthal

https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/neuanfang-ahrtal-heizen-dorfkraftwerk-marienthal-100.html

Dernau 11 Monate nach der Flut

Neue Heimat für Kita-Kinder und Grundschüler

Bauausschuss der Gemeinde besichtigte die Baufortschritte in Marienthal

Voller Stolz konnte Bürgermeister Alfred Sebastian zusammen mit dem Wiederaufbaukoordinator Martin Schell den Mitgliedern des Bauausschusses die Containeranlage auf dem Gelände der NS Gedenkstätte Rebstock in Marienthal zeigen und durch die Räume führen. Die Ausschussmitglieder waren überrascht, wie weit die Arbeiten schon fortgeschritten sind und dass geplant ist, dass sowohl die Kitakinder als auch die Grundschüler spätestens nach den Sommerferien hier einziehen können.

Auf dem Gelände in Marienthal entsteht ein Containerkindergarten für 65 Dernauer Kinder. Die Kita der St.Johannes Apostel war durch die Flut so stark zerstört, dass sie abgerissen wurde. Die Planungen für den Neubau der Kita an derselben Stelle mit der Ortsgemeinde als Bauträger haben schon begonnen. Zurzeit sind 50 Dernauer Kinder in dem Dorfgemeinschaftshaus in Holzweiler untergebracht. In Marienthal stehen den Kindern ab August deutlich mehr Platz etwa für einen Bewegungsraum oder zum Spielen zur Verfügung.

Auch für die 70 Kinder der St.Martin Grundschule aus Dernau, Rech und Mayschoß gehen es nach den Sommerferien in das neue Containerdorf neben dem Kitagebäude in Marienthal. Die Kinder wurden nach der Flutkatastrophe aufgeteilt auf die Schulen in Gelsdorf, Leimersdorf und Ringen.  Nach intensivem Austausch mit den drei Ortsgemeinden und der Verwaltung stimmte der Verbandsgemeinderat dafür eine provisorische Grundschule mit einer zweistöckigen Containeranlage für acht Klassen neben dem Kitagebäude errichten.  Hinzu kommt noch eine Interimssporthalle. Der Umzug in die Containerschule ist ein wichtiger Beitrag, dass die Grundschüler nicht mehr an drei verschiedenen Orten unterrichtet werden, sondern sich als Schulfamilie fühlen können. Damit kommen die Kinder aus Dernau, Rech und Mayschoss der Normalität ein Stück weiter.

Neun Monate nach der Flut

Video Beitrag der Landesschau über das Senioren Containerdorf

Dernau hat seine ältesten Bewohner wieder nach Hause geholt!!

https://www.swrfernsehen.de/~embed/landesschau-rp/seniorinnen-wg-im-containerdorf-an-der-ahr-100.htm

Dernau 8 Monate nach der Flut

Von den 650 Häusern Dernau waren 570 von der Flut betroffen.Bislang mussten 45 Häuser abgerissen werden wegen großer Zerstörung oder weil sie kontaminiert waren. Bei weiteren 15 Häuserm ist es noch fraglich. Eine große Belastung für unsere Bürger, dass 8 Monate nach der Flut noch keine gutachterliche Klärung vorliegt ,ob sie abgerissen werden müssen.. Erst 10-20% der Bürger ohne Elementarversicherung haben einen 1.Abschlag von 20% der Schadensumme vom Land erhalten. Die äußerst komplexe Mittelbeantragung zermürbt und frustriert die Menschen.1/3 der Bürger haben eine Elementarversicherung, z.T zeigen sich manche Versicherung sehr ! restriktiv in der Bearbeitung und Schadensaufnahme.

RZ vom 21-3-22

8 MONATE

Heute ist die Flut 8 Monate her…

Unsere Welt hat sich am 14./15. Juli radikal verändert. Und ich staune immer noch wie tief diese Veränderungen gehen.

Wir haben mit viel guter Hilfe von „außen“ und viel Kraft von „innen“ so viel geschafft in diesen Wochen! Ich bin jeden Tag neu dankbar für diese vielen tausend Schritte der Normalität.

Und: wir haben es noch lange nicht geschafft. Der Marathon ist noch nicht zu Ende…ich wage noch nicht zu sagen wo wir da genau stehen.

Wenn eben erst die allerersten wieder in ihren Wohnungen sind, die allerersten Geschäfte und Restaurants geöffnet haben…

Wenn viele noch gar keine Ahnung haben mit wie viel Unterstützung sie rechnen können…

Klar ist: wir brauchen noch ganz ganz viel Hilfe und Unterstützung…auch wenn wir jetzt nicht mehr in den Nachrichten vorkommen.Vergesst uns nicht (Jörg Meyrer)

Rheinzeitung vom 14.März 2022

Dernau 7 Monate nach der Flut

28 Tiny Häuser sind größtenteils bewohnt .

Endlich wieder eine eigene Wohnung. Für 49 von der Flut betroffene Dernauer ist das jetzt möglich.Dernau setzt auf  Mobilheime inmitten der Ortslage. Damit konnte für die Flutopfer ein wichtiges Ziel erreicht werden ,kurze Wege zu dem Gebäude, das wiederhergestellt werden soll und die Anbindung an die Nachbarschaftsstrukturen

Dies war nur möglich, weil in Dernau Grundstückseigentümer ihre baureifen Grundstücke für die Häuser zur Verfügung gestellt haben. Insgesamt kann Dernau über 15 Tiny Häuser der Verbandsgemeinde Altenahr verfügen sowie über 13 Unterkünfte, die die Johanniter zur Verfügung gestellt haben. Bis Ende Februar sollen alle Miniunterkünfte bezugsfertig sein

Seit November standen Martin Schell und David Fuhrmann vom Wiederaufbaustab in ständigem Kontakt mit der Verwaltung der Verbandsgemeinde, die für die Aufstellung verantwortlich war, während die Aufstellung der Johanniterhäuser mit Anschlüssen an das Trinkwasser und Stromversorgung sowie an die Abwasserbeseitigung vom Wiederaufbaustab Dernau  selbst organisiert werden musste.

Der Wohnraum der kleinen Häuser von zirka 32 Quadratmeter wirkt großzügiger als er von außen vermuten lässt mit mit zwei Schlafzimmern, einem Duschbad und einem komplett eingerichteten Koch-, Ess- und Wohnbereich und wird durch die überdachte Terrasse noch aufgewertet.

Dernau sechs Monate nach der Flutkatastrophe

Dernau 6 Monate nach der Flut

Viele Flutopfer kämpfen inzwischen nicht mehr gegen Schlammmassen, sondern gegen die bürokratische Antragslast zum Zwecke des Wiederaufbaus. Von den 650 Häusern sind noch immer 400 Häuser nicht bewohnbar. Insgesamt wurden bis jetzt 30 Gebäude abgerissen ,weitere 20 Häuser folgen noch vor allem wegen der Kontaminierung mit Öl.

Für Dernau errechnete Schäden belaufen sich auf 87,95Mio €,die zweithöchste Summe in der Verbandsgemeinde nach ALtenahr. 16 Schäden im Hochbau belaufen sich auf 13.9.Mio€, drei Brücken belaufen sich auf11.4.Mio€ sowie 66 Tiefbaumaßnahmen für 62,7 Mio.

Im Dezember 21 hat die Gemeinde zusammen mit dem ASB an der Bungertstraße  ein Containerdorf (genannt Seniorenresidenz) für Senioren eröffnet, die beim Ahr-Hochwasser vom 14./15. Juli 2021 ihr Zuhause verloren hatten. Zusätzlich zu den Wohncontainern gibt es einen Platz in der Mitte, einen Waschcontainer und einen Gemeinschaftsraumcontainer.

Inzwischen verfügt die Gemeinde auch über 15 Mobilheime über die VG ALtenahr aus der Aktion „Deutschland hilft“ und über 13Tiny Häuser, die uns von den Johannitern übergeben wurden. Davon konnten vor Weihnachten schon insgesamt 13 bezogen werden. Die restlichen Tiny bzw Mobilheime sollen bis Ende Januar bezugfertig sein.

  • Bauarbeiten Bauhof „Obere Bachstraße“
  • Oberhalb des Bunkereinganges wird eine große Fläche hergestellt, die im Notfall als Evakuierungsfläche genutzt werden kann (Notstromversorgung etc.
  • Sportplatzgelände
  • Über den Wiederaufbau des Sportplatzes und den Tennisanlagen an der heutigen Stelle wird kurzfristig zu entscheiden sein: Problem: Bei einer erneuten Überflutung wird keine  Wiederaufbauhilfe geleistet, da die Wiederherstellung im Überschwemmungsbereich der Ahr errichtet wird.
  • Alternativ: Verlegung der Sportanlage auf eine gemeindeeigene Fläche oberhalb des alten Sportplatzes auf dem Sondersberg; am alten Standort könnte dann zusätzlich ein größeres Spielfeld (E-Jugend-Spielfeld ca. 35 m x 55 m) gebaut werden (für Jugend und Schulsport und Dorfturniere).
  • Das vorhandene Sportlerheim wird wieder aufgebaut und könnte zusätzlich als Jugendheim genutzt werden
  • Vorteil des Umzuges auf den Berg: Es kann durch eine Abschachtung eine große Retentionsfläche für die Ahr geschaffen werden, da dass mehrere Hektar umfassende Gelände bis zu 1,50 m tiefer gelegt werden könnte.
  • Die Möglichkeit die Sportanlage auf dem Sondersberg zu errichten, wird zur Zeit von den Fachbehörden geprüft. Nach einer grundsätzlichen Zustimmung der zuständigen Behörden kann erst die Entscheidung getroffen werden.
  • Sportlerheim: Die Sanierungsarbeiten zur Wiederherstellung haben durch die Helfergruppe „Indersdorf hilft“ bereits begonnen.
  • Geplantes Flurbereinigungsverfahren Dernau „Flut“
  • Zwischen Dernau und Rech soll auf der Fläche zwischen Bahnlinie und der Ahr kurzfristig ein Flurbereinigungsverfahren durchgeführt werden. Ziel:
  • Die Weinbergsparzellen sollen „gedreht“ werden und parallel zu Ahr verlaufen
  • Gewerbegebiet in Dernau

Die überwiegenden Flächen wurden durch die Gemeinde für einen unterschiedlichen Zeitraum von 2 bis 10 Jahren gepachtet. Die Gemeinde hat das Recht diese Flächen für den Wiederaufbau weiter zu verpachten. So sind bereits Flächen an den Baustoffhändler Kircher, für eine Betontankstelle, an den Geräteverleiher Boels und für die Errichtung eines Handwerkerdorfes vorgesehen.

Nahwärmenetz

Kopfzerbrechen bereitet das Dorfwärmetz ,das die neu gegründete Aufbaugesellschaft Mittelahr(AöR) gemeinsam für Dernau, Rech und Mayschoss aufbauen will. In Dernau haben sich etwa 40% der Haushalte nach einer Umfrage dieser nachhaltigen Form des Heizens anschließen. Demgegenüber stehen starre Förderrichtlinien, was die Wiederaufbauhilfe angeht des Landes und damit finanzielle Unwägbarbarkeiten. Im Ortsteil Marienthal kann das Dorfwärmenetz schon bald an den Start gehen.

Spendengelder

Bisher konnten in Dernau 1,79 Mio Spendengelder an 749 Bürger, die einem Antrag gestellt haben ausgezahlt werden.

Die Gemeinde behält eine Reserve für Härtefälle für BürgerInnen zurück.

Beschluss des Gemeinderates vom 25.1.22

Ab dem 2.Februar 2022 eingehende Spenden auf das Spendenkonto „Katastrophenhilfe“ ohne Zweckbestimmung, werden für den Wiederaufbau der Ortsgemeinde Dernau eingesetzt.

Flutkatastrophe im WeinKulturDorf Dernau vom 14./15.7.21

Sehr geehrte Besucher und Gäste, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Liebe Gäste und Freunde unseres WeinKulturDorfes Dernau,

seit über einer Woche ist unsere Heimat, das wunderschöne Ahrtal, nicht mehr wie sie mal war.

Ca. 90 Prozent der Bürger sind betroffen und davon haben fast alle alles verloren. Nicht nur ihr Zuhause ist zerstört, sondern ihre gesamte Existenz.

Schlamm, Staub, Berge von Müll und Trümmern, Benzingeruch, Bergungs- und Räumungsfahrzeuge, Blaulicht und Sirenen beherrschen unseren Alltag. Noch viel mehr beherrschen die Bilder dieser Tragödie unsere Köpfe. Die Ängste der durchstandenen Nächte und die Trauer in unseren Herzen über die 11Toten die wir verloren haben. Doch wir halten zusammen, machen unermüdlich weiter! Wir kämpfen für unser WeinKulturDorf Dernau!

Dafür benötigen wir dringend Unterstützung – Ihre Unterstützung.Bitte helft uns, ein Stück unserer Heimat wieder aufzubauen – auch wenn es sicher noch langer – vermutlich sehr lange – dauern wird.

Wir haben für unser WeinKulturDorf Dernau einen Förderverein  gegründet für den WiederNeuAufbau  „Zukunft Dernau e.V.“ www.zukunft-dernau.de und freuen uns über jede einzelne Spende!Jeder Euro kommt dort an, wo er dringend gebraucht wird. Wir sagen vom ganzen Herzen DANKE! Sie erhalten eine Spendenquittung.

Ihr KrisenTeam der Ortsgemeinde Dernau